Erfolgreiches erstes Jahr, arbeitsreiches Jahr 2013 für die Anschlussbahn Traisental

Artikel von Pleyer Manuela | Aktuelles,Pressemeldungen | Freitag 22 Februar 2013 09:45

Mit 1. April 2012 hat die Kleinregion Traisen-Gölsental die Bahnstrecke Freiland-St. Aegyd/Nw. von den ÖBB übernommen, nachdem diese die Bahnstrecke stilllegen wollten. Damit konnte eine Verkehrslawine in der Region von 4.000 LKW-Fahrten und 1.000to Co² jährlich vermieden werden. Diese regionale Kraftanstrengung konnte nur gemeinsam erreicht werden, wie Obmann Bürgermeister Herbert Schrittwieser berichtet: „Nachdem die gemeinsamen Gespräche aller Gemeinden der Region bei der zuständigen Frau BM Bures scheiterten, waren wir sehr dankbar als der Kleinregion die Unterstützung des Landes Niederösterreich zugesagt wurde. Dies war vor Allem dem Einsatz von LAbg. Bgm. Karl Bader zu verdanken, der in zahlreichen Gesprächen die Entscheidungsträger über die Sinnhaftigkeit unseres Vorhabens überzeugte“.

Tatsächlich konnte so ein Budget von ca. € 4,5 Millionen Euro für den Fortbestand der Eisenbahnstrecke aufgestellt und der Betrieb für die kommenden zehn Jahre gesichert werden. „Diese Fördersumme ist aber an die Erbringung von Transportmengen gebunden“, informiert der Geschäftsführer Mag. (FH) Roland Beck.

Obwohl das erste Jahr unter schwierigsten Bedingungen begann konnte die Mengenverpflichtung eingehalten werden. „Die Streckensperre der ÖBB in den Monaten des Hauptaufkommens der Holztransporte, der Ausfall großer Transportmengen nach Wien zu einem defekten Fernheizwerk sowie der Ausfall von zugesagten Stahllieferungen nach Hohenberg machten es schwer die Mengenverpflichtung zu erfüllen. Gerade deshalb ist es erfreulich, dass wir 90% erreichen konnten. Es zeigt den Rückhalt der Partner, welche kurzfristig nicht geplante Transportmengen realisierten“, freut sich LAbg. Karl Bader als Mitglied des Beirates der Traisen-Gölsental Regionalentwicklungs GmbH.

Weiters erfreulich sind die Planungen einer neuen Anschlussbahn in das Werk 2 der Firma Roth Technik Austria in St. Aegyd/Nw.. „Die Planungen befinden sich zwar erst in der Konzeptionierungs-Phase und hängen mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens zusammen. Das Engagement rund um die Bahnstrecke durch die Firma Roth Technik Austria und deren Geschäftsführer und Mehrheitseigentümer DI Armin Angele ist besonders bemerkenswert. So hat das Unternehmen bei allen Studien teilgenommen ohne zurzeit einen Nutzen aus der Bahnstrecke zu haben. Es ist damit ein besonderes Beispiel, wie die Unternehmen unserer Region hinter diesem großen Projekt stehen und im Sinne der Region agieren und damit Infrastruktur für unsere ländliche Region sichern“, bedankt sich Bgm. Herbert Schrittwieser am Beispiel der Fa. Roth bei allen teilnehmenden Unternehmen.

Für das Jahr 2013 steht ein umfangreiches Arbeitsprogramm an. So müssen zwei Streckenabschnitte erneuert, vier Brücken teilweise neu gebaut, eine Lichtzeichenanlage neu errichtet und die kompletten Betreuungsleistungen neu vergeben werden. Dazu kommen noch betriebliche Verbesserungen, welche die Rentabilität und die Servicequalität des Transportes auf der Bahnstrecke erhöhen sollen. Zu diesen Agenden fand am 20. Feburar eine Besprechung am Gemeindeamt in Lilienfeld zwischen den regionalen Verantwortungsträgern und der Rail Cargo Austria statt. Dabei wurde auch ein Plan ausgearbeitet, welcher für die Anrainer am Bahnhof in St. Aegyd/Nw. eine Reduktion der Lärmbelastung in der Hauptverladezeit bringen soll. So wird geplant eine LKW-taugliche Ladestraße neben dem zweiten Verladegleis am Bahnhof zu erreichten. „Dadurch können mehr Wagen beigestellt werden, was dazu führt, dass voraussichtlich nur noch alle zwei Tage eine Zugfahrt stattfinden muss und der zeitliche Druck auf die Verlader gemindert wird. Damit sollten die früh beginnenden und lang andauernden Holzverladearbeiten am Bahnhof St. Aegyd/Nw. der Vergangenheit angehören“, informiert Mag. Beck über die bevorstehende Verbesserung.

In Summe kann die Kleinregion somit auf ein sehr erfolgreiches erstes Jahr zurückblicken und sich auf eine erfolgreiche Zukunft als Eisenbahnbetreiber freuen. Dies wird der Kleinregion auch vom Betriebsmanager der ÖBB Hrn. Hansbauer in St. Pölten bestätigt: „Es war betrieblich ein absolut reibungsloser Übergang von den ÖBB auf die Kleinregion und ich freue mich auf eine weiterhin so gute Zusammenarbeit!“.