Kleinregion Traisen – Gölsental startet das Projekt „Selbstbestimmt in der zweiten Lebenshälfte – Leben und Wohnen im Alter in der Region Traisen-Gölsental“

Artikel von Pleyer Manuela | Aktuelles | Montag 22 März 2021 09:43

Die demografischen Daten sind eindeutig, unsere Region altert schneller als der Durchschnitt in Niederösterreich. 2019 waren schon 30% der Einwohner älter als 60 Jahre. Der Anteil der Bevölkerung in der zweiten Lebenshälfte wird weiter beträchtlich ansteigen, weil die Babyboomer-Generation älter wird und gleichzeitig weniger Kinder bekam. Diese Entwicklung wird die Gemeinden der Region zukünftig beschäftigen, so ist zu erwarten, dass z.B. zukünftig nicht für alle Personen, welche gerne zu Hause eine 24 Stunden-Betreuung in Anspruch nehmen würden, eine solche auch möglich sein wird. Deshalb gilt es in diesem wie in anderen Bereichen nach zusätzlichen Möglichkeiten, Lösungsansätzen,  Ausschau zu halten und frühzeitig zu planen.

„Die Mitgliedsgemeinden der Kleinregion Traisen-Gölsental haben sich gemeinsam das Ziel gesetzt, trotz der voraussichtlich schwieriger werdenden Rahmenbedingungen, möglichst allen Bewohnerinnen und Bewohnern unserer Region ein selbstbestimmtes Altern, in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Dazu bedarf es eines verantwortungsvollen und geplanten Zugangs zur Thematik, für welchen wir mit diesem umfassenden Projekt auf Gemeinde- und Regionsebene die Grundlage schaffen wollen. Hauptziel des aus dem LEADER-Programm geförderten Projektes ist es, in einer Analysephase die Raum- und Wohnstrukturen sowie die sozialen und versorgenden Strukturen in den Gemeinden zu untersuchen und darauf aufbauend Vorschläge und Formate zu erarbeiten. Professionell begleitet werden soll das Vorhaben vom Soziologen und Geragogen Hannes Heissl“, gibt der Obmann der Kleinregion Manuel Aichberger die Stoßrichtung vor.

Auch konkrete zukünftig umzusetzende Pilotprojekte in den Gemeinden sollen erarbeitet werden. Beispiele dafür können Generationenübergreifende Wohnprojekte, Green Care-Projekte o. dgl. sein.

Das zweite Ziel ist in der Folge, mit den Erkenntnissen und Bildungsformaten mit der Bevölkerung intergenerationell in den Diskurs zu gehen und die Menschen bei der Entwicklung von Strategien und Plänen sowie bei der Umsetzung von konkreten Projekten zu unterstützen. Dafür bereitet das gegenständliche Projekt den Boden auf, mit einer Analyse, mit Handlungsempfehlungen sowie Vorschlägen für die Bildungs- und Umsetzungsformate.

„Für einen Lebensabend nach den eigenen Vorstellungen, bestenfalls im gewohnten Umfeld, müssen viele Maßnahmen und Entscheidungen frühzeitig auch im privaten Bereich getroffen werden. Ein wichtiges Ziel des Projektes ist es daher, der zukünftig betroffenen Bevölkerungsgruppe, auf die Gemeinde- und Regionsebene zugeschnittene Entscheidungshilfen und Angebote dafür zur Verfügung zu stellen. Dazu ist dieses Projekt die Basis. Eine profunde wissenschaftliche Begleitung ist daher sinnvoll. In diesem Zusammenhang beschäftigt sich die Geragogik, eine Verbindung der wissenschaftlichen Disziplinen Gerontologie und Pädagogik mit der Lehre über den Alterungsprozess und den Lebensabschnitt alter Menschen.“, weiß Kleinregionsmanager Roland Beck.

Gestartet wird zunächst mit einer Befragung der Bevölkerungsgruppe 55-70 Jahre, die Fragebögen können online unter: http://selbstbestimmt.traisen-goelsental.at oder in Papierform auf jedem Gemeindeamt einer Mitgliedsgemeinde der Kleinregion Traisen-Gölsental ausgefüllt werden. In den einzelnen Gemeinden ist viel Wissen über die Strukturen und über die eigene Bevölkerung vorhanden. Daher und um die größtmögliche Einbindung der Mitgliedsgemeinden zu gewährleisten, sind alle Mitgliedsgemeinden aktuell aufgerufen verantwortliche Ansprechpartner für den wissenschaftlichen Experten Hannes Heissl bekannt zu geben.

Kleinregionsobmann und Lilienfelds Vizebürgermeister Manuel Aichberger, Kleinregionsmanager Roland Beck, Soziologe Hannes Heissl und Martin Tröstl, zuständiger Stadtrat für Generationensicherheit und Wohnbau sowie Projektansprechpartner trafen sich am Gemeindeamt Lilienfeld zu einem ersten Kick-off Gespräch. Die Stadtgemeinde Lilienfeld möchte an das Projekt aktiv herangehen und dieses auch entsprechend bewerben.