Kleinregion bewirbt sich als Klima- und Energie-Modellregion

Artikel von Pleyer Manuela | Aktuelles,Aktuelles der Anschlussbahn,Pressemeldungen | Montag 20 September 2021 10:46

Erster Maßnahmenplan bereits entwickelt

Die Energiewende und der Klimawandel sind globale Herausforderungen, und diese Herausforderungen können nur gemeistert werden, wenn jeder dazu nach seinen Kräften beiträgt. Unter dem Motto „Tun, was eine Kleinregion eben tun kann“ und mit einstimmiger Zustimmung aller Mitgliedsgemeinden, versucht die Kleinregion Traisen-Gölsental geeint und mit Vorbildwirkung voranzugehen. Der Fokus liegt darin, eine Klima- und Energiemodellregion zu werden und bei der Umsetzung von konkreten Projekten und Maßnahmen dadurch auf die attraktiven Förderungen des Bundes zurückgreifen zu können.

„Ebenso wenig wie der Klimawandel vor Gemeinde- oder Ländergrenzen halt macht, macht es ebenso wenig Sinn bei der Setzung von Maßnahmen dagegen unkoordiniert vorzugehen. Deshalb haben sich die Gemeinden der Kleinregion Traisen-Gölsental dazu entschlossen, gemeinsam die Bewerbung zu einer Klima- und Energie-Modellregion abzugeben. Schon kurz nach meiner Wahl zum neuen Kleinregionsobmann, habe ich aus Überzeugung Regionsmanager Beck damit beauftragt, ein stärkeres energie- und umweltpolitisches Engagement der Kleinregion zu prüfen und vorzubereiten. Gerade in diesen Bereichen macht das gemeinsame Ziehen an einem Strang, das Zusammenwirken im Miteinander einfach Sinn.“, informiert der Obmann der Kleinregion Traisen-Gölsental Manuel Aichberger, der die Bewerbung der Kleinregion als Klima- und Energiemodellregion erfolgreich initiiert hat. Intensiv waren die Beratungen dazu jedenfalls. Auf Regions- und Gemeindeebene, galt es im Vorfeld die verschiedenen derzeit schon bestehende Programme gegeneinander abzuwägen und laufende Initiativen in den Gemeinden im Hinblick auf die neue Modellregion zu überprüfen. „Letztendlich kamen aber alle Gemeinden zum selben Schluss wie ich und Kleinregionsmanager Roland Beck. Eine Klima- und Energie-Modellregion bietet nicht nur durch das zwingend zu installierende Management die notwendige Koordinierungs- und Projektentwicklungs-Plattform, sondern durch das umfassende Investitionsförderprogramm auch die praxisnahen Umsetzungsmöglichkeiten“, so Obmann Aichberger weiter.

Und die Kleinregion hat für die Bewerbung gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Der langjährige KEM-Manager und Berater DI Matthias Zawichowski entwickelte in einem Workshop mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, sowie durch intensive Gespräche mit dem Kleinregionsmanagement den notwendigen Zehn-Punkte-Maßnahmen-Plan für die Einreichung.

„Wir sind auf dem besten Weg für eine Einreichung bereits im Oktober, wenn alles gut geht und uns die Jury des Klima-Fonds im Dezember nominiert, können wir bereits mit kommendem Jahr mit den Umsetzungsschritten starten. Es freut mich besonders, dass sich eine sehr große Schnittmenge an Themen aus unserem bestehendem Strategieprozess Regionale Agenda 21, in den Maßnahmen wiederfindet. So schlagen wir wieder einmal zwei Fliegen mit einer Klappe und vermeiden Doppelgleisigkeiten“, ist Kleinregionsmanager Roland Beck erfreut.

Bei positiver Beschlussfassung durch die Jury, läuft das Projekt dann drei Jahre. Im ersten Jahr werden die entwickelten Maßnahmen durch den dann zu bestellenden KEM-Manager präzisiert, erweitert und angepasst. Aber auch in diesem ersten Jahr können schon Umsetzungen z.B. der Gemeinden stattfinden. Die folgenden beiden Jahre, mit Verlängerungsoption, fokussieren dann auf die Umsetzung konkreter Maßnahmen um dem Klimawandel entgegen zu wirken und einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Dies ist besonders für die Regionen im Voralpen-Bereich wichtig, denn in diesem Bereich wird in allen Szenarien für die kommenden Jahrzehnte ein höherer Temperaturanstieg als im weltweiten Durchschnitt prognostiziert. Es ist also im Eigeninteresse aller Personen in der Region, sich beim Klimaschutz zu engagieren. Die Gemeinden der Kleinregion gehen hier mit gutem Beispiel voran.

Die zehn erarbeiteten Maßnahmen:

  • Personenmobilität: Fokus auf regionale Mobilität im hohen Alter, Mobilität ohne Auto, im Tourismus und auf das Alltagsradeln
  • Gütermobilität: Aufbauend auf die bestehenden Initiativen der regionseigenen Bahnstrecke und der Güterverkehrsanalyse, sollen Leitprojekte wie weitere Anschlussbahnen, und innovative Lösungen wie der Betrieb von Verschub-Akkuloks entwickelt werden.
  • Power-Wald-Biomasse: Als waldreichster Bezirk Österreichs, soll die Wertschöpfung in der Region aus der ökologischen Ressource Holz verstärkt werden, sowie Holz vermehrt als CO2-Speicher genutzt werden.
  • Regionale Power: Kaufkraftabfluss und konsuminduzierten CO2-Ausstoß verringern. Etablierung von regionalen Kreislaufsystemen im Konsumbereich
  • Power for the people: Ökostromangebote für die Bevölkerung – Energiegemeinschaften zum Nutzen von Energieerzeugern und Endkunden, sowie Betrieben.
  • Gebäude-Power: Energiemonitoring auf Gemeindeebene intensivieren, Gebäudesanierungen
  • Frauen-Power: Pendlerströme eindämmen, Abwanderung stoppen, Neue Arbeitsformen (Dorf-Offices) ermöglichen, Regionale Berufe im Zusammenhang mit Klimamaßnahmen schaffen, besonderer Fokus wird darauf gelegt die Abwanderung von jungen Frauen zu stoppen.
  • Sanfte- Power: Aufbauend auf den bestehenden nachhaltigen touristischen Angeboten wie der Via Sacra, dem Traisental- und Gölsentalradweg, dem Naturpark und dem Nordischen Zentrum sollen Mobilitätsangebote ökologisiert und weitere Angebote geschaffen werden.
  • Public-Power: Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung
  • Projektmanagement

Keine Abhängigkeit mehr von teuren Erdölimporten, keine Angst mehr vor Gaskrisen – stattdessen saubere Energiegewinnung aus Sonne, Wind, Wasser und Bioenergie aus der Region. Die österreichischen Klima- und Energie-Modellregionen verfolgen genau dieses Ziel. Und sie sollen Vorbilder für andere Regionen werden. Die langfristige Vision: 100 % Ausstieg aus fossiler Energie.
Zentrales Element jeder Modellregion ist ein Modellregionsmanager. Gemeinsam mit Partnern aus der Region werden Projekte in folgenden Bereichen umgesetzt.

  • Erneuerbare Energie
  • Reduktion des Energieverbrauchs
  • Nachhaltiges Bauen
  • Mobilität
  • Landwirtschaft
  • Bewusstseinsbildung

Klima-und Energie-Modellregionen ist ein Programm des Klima- und Energiefonds. Im Rahmen des Programms werden regionale Klimaschutzprojekte und das regionale Modellregionsmanagement kofinanziert. Klima- und Energie-Modellregion zu sein bietet Zugang zu einem breiten Netzwerk sowie exklusiven Schulungen, Unterstützungen und Förderungen.

Stolze und zufriedene Gesichter gab es bei den Vertreterinnen und Vertretern der Kleinregion Traisen-Gölsental im Anschluss an den einstimmigen Vorstandsbeschluss zur Bewerbung als Klima- und Energiemodellregion

Stolze und zufriedene Gesichter gab es bei den Vertreterinnen und Vertretern der Kleinregion Traisen-Gölsental im Anschluss an den einstimmigen Vorstandsbeschluss zur Bewerbung als Klima- und Energiemodellregion (von links): Kleinregionsmanager Roland Beck, Vzbgm. Andreas Klos, GGR Markus Leopold, Bgm. Karl Oysmüller, Bgm. Getraud Steinacher, Obmann Vzbgm. Manuel Aichberger, Bgm. Thomas Teubenbacher, GR Andreas Schubert, Vzbgm. Heinz Spreitzhofer, GR Waltraud Glänzel, Vzbgm. Sabine Hippmann

Die Gemeinden, der Kleinregion:
– Eschenau
– Hainfeld
– Hohenberg
– Lilienfeld– Ramsau
– Rohrbach an der Gölsen
– St. Aegyd am Neuwalde
– Türnitz
– Wilhelmsburg

Die Mitgliedsgemeinden Annaberg und Mitterbach/Erlaufsee, wollen sich zukünftig im Rahmen des Naturpark Ötscher-Tormäuer als KEM-Gemeinden engagieren, und sind deshalb formal nicht von der jetzigen Bewerbung umfasst.

Weitere Infos:

https://www.klimaundenergiemodellregionen.at/

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