Vorstandssitzung mit Fokus auf Güter- und Erlebnisverkehr auf der Schiene

Artikel von Pleyer Manuela | Aktuelles,Aktuelles der Anschlussbahn,Pressemeldungen | Dienstag 23 November 2021 09:36

Güterstromanalyse der Kleinregion Traisen – Gölsental ist fertiggestellt

Am Mittwoch, den 17.11.2021 fand die letzte Vorstandssitzung der Kleinregion Traisen-Gölsental unter Beteiligung der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden für das heurige Jahr statt.

Haupttagesordnungspunkt war dabei die fertiggestellte Güterstromanalyse für die gesamte Region Traisen-Gölsental. Der beauftragte Berater DI Herbert Mayer der Firma m-prom consulting aus Pitten präsentierte die Ergebnisse der Befragung aller maßgeblichen Unternehmen in der Region, sowie die Verlagerungs- und Bündelungsmöglichkeiten auf die Schiene. Beeindruckende Zahlen wurden dabei genannt. So bewegen sich im Jahr mehr als 6,3 Mio Tonnen Güter in, aus und durch die Region. Betrachtet man nur die Verkehre in und aus der Region so hat der Bahntransport aber nur einen Anteil von 2,5% an diesem Transportvolumen. Positiv ist allerdings, dass 73,4% der Rohholztransporte über die Bahn abgewickelt werden. Es wurden auch einige Potentiale für einen vermehrten Schienentransport erhoben, vielfach bedarf es zur Hebung dieser aber Änderungen an den Rahmenbedingungen. Diese Handlungsempfehlungen wurden im Rahmen der Studie auch gleich ausgearbeitet und umfassen 50 Einzelpunkte, welche sich an die Region, über das Land NÖ, den Bund bis an die EU richten.

„Mit dieser Erhebung haben wir die Grundlage für die weitere Arbeit in diesem Bereich für unsere Region geschaffen, denn Entscheidungen und Maßnahmen können nur so gut sein, so gut die Grundlagen dafür aufbereitet wurden. Wir können nicht immer von Verlagerungspotentialen reden, wenn wir nicht wissen, wo diese liegen“, begründet Kleinregionsmanager Roland Beck Sinnhaftigkeit und Wichtigkeit der Studie.

„Die Studie hat eindrucksvoll gezeigt, dass es im Güterverkehr eines „Sowohl als Auch“ bei Straße und Schiene bedarf. Luft nach Oben gibt es freilich bei den Schienentransporten, wobei die Kleinregion hier erwiesenermaßen mit dem Projekt der Anschlussbahn Traisental selbst außerordentlich engagiert ist und auch ausgezeichnet wurde. Meine Vorgänger haben in diesem Zusammenhang besonderen Weitblick bewiesen“, ist Obmann Manuel Aichberger von der Arbeit und der strategischen Ausrichtung der Kleinregion überzeugt.

Tatsächlich befinden sich sechs der neun aktiven Verladestellen im Güterverkehr auf der von der Kleinregion betriebenen Anschlussbahn Traisental zwischen Freiland und St. Aegyd/Nw. Zusätzlich werde in den kommenden Jahren auf dieser Strecke verstärkt auf einen touristischen Erlebnisbahn- und Schulungsverkehr gesetzt, so Roland Beck in seiner Funktion als Geschäftsführer der regionseigenen Eisenbahngesellschaft.

Der seit 2018 in St. Aegyd/Nw. beheimatete Österreichische Club für Diesellokgeschichte hat dieses Jahr die Berechtigung als Nebenanschlussbahn mit Eigenbetrieb erlangt. Damit und mit der im November reaktivierten Wartungsgrube steht nun einem Beginn der ambitionierten Pläne für einen touristischen Erlebnisbahn- und Schulungsbetrieb nichts mehr im Wege. Gemeinsam mit der Kleinregion und der Bahnakademie der Fa. Logserv sollen Ausbildungen für Privatpersonen zum Lokführer auf der Anschlussbahn Traisental organisiert werden. Ziel ist es, dass die Absolventen dieser Ausbildung selbständig Fahrten mit den Fahrzeugen des ÖCD auf der Anschlussbahn Traisental durchführen dürfen. Weiters soll es Lokführer-Schnupper-Wochenenden und Erlebnis-, sowie Fotofahrten geben.

Karl Bader, Gertraud Steinacher, Alois Kaiser, Claudia Kubelka, Manuel Aichberger, Robert Nagl, Karl Oysmüller, Roland Beck und Rudolf Ameisbichler ziehen in Sachen Regionalentwicklung im Traisen-Gölsental geeint an einem Strang.

 

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